Informationen für ehemalige Heimkinder in der DDR

Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Brandenburg

Erreichbarkeit der Anlauf- und Beratungsstelle

Besucheradresse/Postanschrift:
Anlaufstelle Fonds Heimerziehung
Heinrich-Mann-Allee 107 · Haus 4
14473 Potsdam
(Zufahrt über Friedrich-Engels-Straße, direkt gegenüber dem Hbf. Potsdam)

E-Mail:   anlaufstelle@lakd.brandenburg.de 
Fax:       0331 / 23 72 92 30

Telefon:
  0331 / 23 72 92 17

Telefonische Sprechzeiten
Montag 9 - 12 Uhr 14 - 16:30 Uhr
Dienstag 9 - 12 Uhr 14 - 16:30 Uhr
Mittwoch - -
Donnerstag 9 - 12 Uhr 14 - 16:30 Uhr
Freitag 9 - 12 Uhr -

 



Aufgaben der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in der DDR

Die Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Brandenburg für ehemalige Heimkinder in der DDR ist Teil der Behörde der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD).  Die Arbeit der Anlaufstelle gründet sich auf den Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“ und begann am 01.07.2012. Errichter des Fonds sind der Bund, die neuen Bundesländer und das Land Berlin.

Die Angebote des Fonds „Heimerziehung in der DDR“ richten sich an Betroffene, die durch die damaligen Referate der Jugendhilfe der DDR zwischen 1949 und 1990 in einem Heim (Kinderheim, Spezialkinderheim, Jugendwerkhof, Durchgangsheim, Arbeitserziehungslager) oder einem Dauerheim für Säuglinge und Kleinkinder (Säuglingsheime, Vorschulheime) untergebracht waren. Ausgenommen hiervon sind Wochenkrippen, Schifffahrtsheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Einrichtungen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche (Nervenkliniken), Jugendhäuser bzw. Jugendhaftanstalten sowie Lehrlingswohnheime und Internate. Ehemalige Heimkinder  bekommen Hilfen aus dem Fonds, wenn sie glaubhaft machen können, dass sie durch die Heimerziehung geschädigt wurden und heute noch an den Folgen leiden. Außerdem kann ihnen eine einmalige Rentenersatzleistung gezahlt werden,  wenn sie im Rahmen dieser Unterbringung gearbeitet (ab dem 14.Lebensjahr) haben und diese in ihren bisherigen Rentenansprüchen nicht berücksichtigt worden ist.

Um Leistungen des Fonds "Heimerziehung in der DDR" in Anspruch nehmen zu können, war eine Anmeldung bei der zuständigen regionalen Anlauf- und Beratungsstelle bis zum 30. September 2014 erforderlich. Die Fondslaufzeit wurde bis 2018 verlängert.

Der Fonds ist als ergänzendes Hilfesystem konzipiert, das das bestehende Netz sozial-rechtlicher Versorgungssysteme ergänzen und nicht ersetzen soll. Die Hilfen und Leistungen des Fonds sind freiwillige Leistungen des Bundes und der ostdeutschen Länder. Es handelt sich dabei um entschädigungsähnliche Leistungen, die sich an Betroffene richten, die heute noch an Folgeschäden und Belastungen auf Grund ihres Heimaufenthaltes leiden.

Rentenersatzleistungen werden aus dem Fonds „Heimerziehung in der DDR“ gewährt, wenn im Zeitraum 1949 bis 1990 für erbrachte Arbeitsleistungen zwischen dem vollendeten 14. und dem vollendeten 18. Lebensjahr während des Heimaufenthaltes keine Beiträge in die Sozialversicherung eingezahlt wurden oder geleistete Beiträge durch die Rentenversicherung nicht anerkannt wurden.

Materielle Hilfen aus dem Fonds „Heimerziehung in der DDR“ sind in erster Linie Sachhilfen, die für jeden Betroffenen in einem persönlichen Beratungsgespräch individuell ermittelt werden. Sie basieren auf den im Heim gemachten Erfahrungen, den daraus resultierenden Folgeschäden und dem konkreten Hilfebedarf des Einzelnen. Ziel ist es, mit den Hilfeleistungen an die Lebenssituation der Betroffenen anzuknüpfen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Sachleistungen zur Überwindung von Folgeschäden aus der Heimerziehung können bis zu 10.000 Euro gewährt werden.

Eine Zusammenfassung der aktuellen Hilfemöglichkeiten und Rahmenbedingungen können Sie hier finden.

Wenn Sie Unterlagen zu Ihrem Heimaufenthalt recherchieren möchten, können Sie das Informationsblatt zur Aktenrecherche nutzen. Sie können es hier herunterladen. Die Anlaufstelle verfügt weder über Jugendhilfe- noch über Stasi-Akten. Sie informiert Sie aber gern über Recherchemöglichkeiten.

Darüber hinaus arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Stellen zusammen, die für die Prüfung von Ansprüchen nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen zuständig sind, kooperieren mit anderen Beratungsstellen, machen den Fonds in der Öffentlichkeit bekannt und unterstützen Selbsthilfeaktivitäten der ehemaligen Heimkinder.


Aktuelles

Bis zum Meldeschluss am 30.09.2014 haben sich über 4200 Betroffene bei der Anlaufstelle im Land Brandenburg gemeldet. Bislang wurden knapp  4 Millionen Euro für materielle Hilfen und Rentenersatz an  ca. 500 ehemalige Heimkinder im Land Brandenburg aus dem Fonds ausgezahlt (Stand 30.11.2014, Quelle: Datenbericht der Geschäftsstelle des Fonds Heimerziehung).

Termine werden in chronologischer Reihenfolge der Erstmeldung in der Anlaufstelle vergeben. Die aktuellen Wartezeiten auf einen Beratungstermin betragen zurzeit leider ungefähr zwei bis drei  Jahre.

Bevorzugt beraten werden Betroffene, die vor 1945 geboren wurden sowie Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen.


Beirat

Ein 2013 gebildeter Beirat berät die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder der DDR, die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) sowie das fachaufsichtsführende Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) in allen Belangen der Arbeit mit dem Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“  sowie in Konflikt- bzw. Beschwerdefällen. Dabei sollen die Interessen der Betroffenen im Mittelpunkt stehen. Er unterstützt außerdem die Öffentlichkeitsarbeit der Anlauf- und Beratungsstelle (ASH) und die Kontakte zu Selbsthilfegruppen ehemaliger Heimkinder. Der Beirat ist über das Büro der Anlauf- und Beratungsstelle erreichbar (Frau Kerstin Malschofsky: 0331 / 23 72 92-17).

Mitglieder:
Prof. Frieder Burkhardt (Vorsitzender),
Karin Strohbach (Stellvertretende Vorsitzende),
Jens Burckhardt-Plückhahn,
Ursula Burkowski,
Grit Poppe,
Rosemarie Priet und
Linda Teuteberg.

letzte Änderung am 08.09.2016