Informationen für ehemalige Heimkinder in der DDR

Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Brandenburg

Erreichbarkeit der Anlauf- und Beratungsstelle

Besucheradresse/Postanschrift:
Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in der DDR
Heinrich-Mann-Allee 107 · Haus 4
14473 Potsdam
(Zufahrt über Friedrich-Engels-Straße, direkt gegenüber dem Hbf. Potsdam)

Telefon:  0331 / 23 72 92 - 17
Telefax:  0331 / 23 72 92 - 30
E-Mail:   anlaufstelle@lakd.brandenburg.de 
 

Die Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Brandenburg für ehemalige Heimkinder in der DDR ist bei der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) angegliedert.  Die Arbeit der Anlaufstelle gründet sich auf den Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“, begann am 01.07.2012 und endet mit dem 31.12.2018.


Die Angebote des Fonds „Heimerziehung in der DDR“ richten sich an Betroffene, die durch die damaligen Referate der Jugendhilfe der DDR zwischen 1949 und 1990 in einem Heim der Jugendhilfe (Kinderheime, Spezialkinderheime, Jugendwerkhöfe) oder einem Dauerheim für Säuglinge und Kleinkinder (Säuglingsheime, Vorschulheime) untergebracht waren. Betroffene von DDR-Heimerziehung konnten bis zum 30.09.2014 Ansprüche geltend machen, wenn Schädigungen durch die Heimerziehung vorliegen, an deren Folgen sie heute noch leiden und/oder sie im Rahmen dieser Unterbringung gearbeitet (ab dem 14. Lebensjahr) und eine Minderung von Rentenansprüchen aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge erlitten haben. Der Fonds war als ergänzendes Hilfesystem konzipiert, das das bestehende Netz sozial-rechtlicher Versorgungssysteme ergänzen und nicht ersetzen sollte. Die Hilfen und Leistungen des Fonds sind freiwillige Leistungen des Bundes und der ostdeutschen Länder. Es handelt sich dabei um entschädigungsähnliche Leistungen, die sich an Betroffene richten, die heute noch an Folgeschäden und Belastungen auf Grund ihres Heimaufenthaltes leiden.

Rentenersatzleistungen wurden aus dem Fonds „Heimerziehung in der DDR“ gewährt, wenn im Zeitraum 1949 bis 1990 für erbrachte Arbeitsleistungen zwischen dem vollendeten 14. und dem vollendeten 18. Lebensjahr während des Heimaufenthaltes keine Beiträge in die Sozialversicherung eingezahlt wurden oder geleistete Beiträge durch die Rentenversicherung nicht anerkannt wurden.

Materielle Hilfen aus dem Fonds „Heimerziehung in der DDR“ sind in erster Linie Sachhilfen, die für jeden Betroffenen in einem persönlichen Beratungsgespräch individuell ermittelt wurden. Sie basieren auf den im Heim gemachten Erfahrungen, den daraus resultierenden Folgeschäden und dem konkreten Hilfebedarf des Einzelnen. Ziel war es, mit den Hilfeleistungen an die Lebenssituation der Betroffenen anzuknüpfen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Insgesamt konnten mit 3.561 Personen Vereinbarungen über materielle Hilfen abgeschlossen werden, 1.472 erhielten Rentenersatzleistungen. Die Beratungen wurden im Jahr 2017 beendet. Bis zum Sommer 2018 sind die noch ausstehenden Leistungen abzurechnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit den Stellen zusammen, die für die Prüfung von Ansprüchen nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen zuständig sind, kooperieren mit anderen Beratungsstellen und unterstützen Selbsthilfeaktivitäten der ehemaligen Heimkinder.

Beirat

Ein 2013 gebildeter Beirat beriet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder der DDR, die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) sowie das fachaufsichtsführende Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) in allen Belangen der Arbeit mit dem Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“ sowie in Konflikt- bzw. Beschwerdefällen. Dabei standen die Interessen der Betroffenen im Mittelpunkt. Er unterstützte außerdem die Öffentlichkeitsarbeit der Anlauf- und Beratungsstelle und initiierte den Aufbau einer Selbsthilfegruppe ehemaliger Heimkinder.  

letzte Änderung am 09.04.2018