Für wen und wofür?

Wer und was kann gefördert werden?

Zuwendungsempfänger

Begünstigte der Zuwendung sind Opfervereine und -verbände, Lagergemeinschaften und solche Aufarbeitungsinitiativen, deren Arbeit einen Bezug zu Opfern des NKWD oder des SED-Regimes aufweisen. Sie müssen juristische Personen sein und ihren Sitz im Land Brandenburg haben. In begründeten Ausnahmefällen können auch nicht eingetragene Vereine gefördert werden, sofern eine benannte Person für die ordnungsgemäße Geschäftsführung, insbesondere für die Abrechnung der Zuwendungsmittel, als Privatperson haftet.

Überregionale Vereine sind zuwendungsberechtigt, wenn ein Teil ihrer Mitglieder aus dem Land Brandenburg kommt und sich das Projekt inhaltlich unmittelbar auf das Land Brandenburg bezieht. 


Gegenstand der Förderung

Gefördert werden können insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Sicherung und Weiterentwicklung der Vereinsstruktur und Stärkung der Mitgliedervernetzung
  • Öffentlichkeitsarbeit für den Verein sowie für eigene Veranstaltungen und Projekte
  • Projekte der politisch-historischen Bildung (Veranstaltungen, Ausstellungen, Publikationen), beispielsweise

◦    Rechercheprojekte zur regionalgeschichtlichen Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg für die Zeit ab 1945 inklusive Veröffentlichung der Ergebnisse

◦    Erhaltung und Kenntlichmachung historischer Orte und andere Maßnahmen zur Stärkung der Erinnerungskultur, die die Erfahrungen mit der kommunistischen Diktatur, mit der deutschen Teilung sowie dem Widerstand gegen das SED-System bewahren

◦     Dokumentation von Repressionserfahrungen und Lebensgeschichten in der kommunistischen Diktatur, Zeitzeugenprojekte 

◦     politisch-historische Bildungsprojekte, deren inhaltliche Schwerpunkte Fragen von Demokratie und Diktatur, Freiheit und Zwang, Eigenverantwortung und Bürgersinn sind und in denen ein Bezug zur kommunistischen Diktatur hergestellt wird

◦     Anregung  eines  öffentlichen Diskurses über Repressionsmechanismen, Alltagserfahrungen in der SBZ/DDR und Verhaltensoptionen in der Diktatur

  • Beratung von Menschen, die in der SBZ/DDR Unrechtserfahrungen gemacht haben, Stärkung regionaler Selbsthilfestrukturen.  


Zuwendungsvoraussetzungen

Gefördert werden können Vorhaben ab einem Volumen von 2.500  Euro. Gegebenenfalls wird empfohlen, kleinere Projekte (ein- und desselben Trägers) miteinander zu verbinden bzw. in Kooperation mit anderen Vereinen zu beantragen. Wenn die Natur des Projektes nur ein geringeres finanzielles Volumen zulässt und eine Verbindung mit anderen Projekten nicht möglich ist, jedoch ein erhebliches Landesinteresse an der Durchführung des Vorhabens besteht, kann von der Regelung in Satz 1 abgewichen werden. Die Gründe sind im Zuwendungsantrag gesondert aufzuführen und zu erläutern.

Es werden nur Vorhaben gefördert, mit denen noch nicht begonnen wurde.


Zuwendungsfähige Ausgaben

Zuwendungsfähig sind insbesondere die nachfolgend aufgeführten Ausgaben:

Bereich Stärkung der Vereinsstruktur:

  • Ausstattung von Geschäftsstellen und Versammlungsräumen mit Mobiliar und Technik (einschließlich IT)
  • Honorare für Beratungen, z.B. im IT-Bereich
  • Raummieten, Reisekosten (auch für eine notwendige Begleitperson), Honorare und Sachkosten, die zur Gewährleistung einer guten Vernetzung der Vereinsmitglieder notwendig sind, Kosten für kleinere Renovierungsarbeiten mit dem Ziel, Räume zur Nutzung für Versammlungen, Veranstaltungen, Ausstellungen oder als Archiv herzurichten bzw. instandzuhalten
  • Kosten für Bewirtung können im Einzelfall als zuwendungsfähig anerkannt werden, wenn es sich um eine Veranstaltung mit überregionalem Charakter handelt und die Ausgaben im notwendigen und angemessenen Umfang dem Rahmen der Veranstaltung entsprechen.
  • Layout- und Druckkosten für Informationsschreiben, Mitgliederzeitung etc.


Projekte der politisch-historischen Bildung, Gedenkaktionen und Zeitzeugenprojekte:

  • Anschaffung von Aufnahme-, Wiedergabe- und Interviewtechnik, Präsentationsmaterialien und -geräten, in kleinem Umfang Ausstellungssysteme wie Aufsteller, Rahmen und Präsentationstafeln
  • Raummiete und Nebenkosten, Anmietung von Veranstaltungstechnik, Kosten für Audio- oder Videoaufführungen
  • Honorare und Erstattung von Reisekosten für Vortragende und Sachverständige, z.B. Führungsreferenten, technische Kräfte (keine Autorenhonorare)
  • Aufwandsentschädigungen für Zeitzeugen, die in der SBZ/DDR Widerstand geleistet und/oder Unrechtserfahrungen gemacht haben oder über begangenes Unrecht berichten können (bei Veranstaltungen mit Zeitzeugen wird in der Regel ein Satz in Höhe von bis zu 25 € je 45 Minuten zuzüglich Reisekostenerstattung anerkannt)
  • Gebühren und Auslagen, die bei Benutzung von Archiven entstehen
  • Layout- und Druckkosten für Publikationen und anderes Öffentlichkeitsmaterial
  • Produktions- und Aufstellungskosten für Gedenktafeln oder -stelen, Anlegen bzw. Erhaltung historischer Lehr-/ Gedenkpfade, Erhaltung und Kennzeichnung ehemaliger Grenzanlagen etc.

Die Aufzählung ist nicht abschließend.


Zu beachtende Vorschriften

Für Honorarkosten sollen die Verwaltungsvorschriften über die Gewährung von Vergütungen für Honorarkräfte im Geschäftsbereich des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport vom 10.05.2012 sinngemäß angewendet werden.

Für Reisekosten sind die Bestimmungen des Bundesreisekostengesetzes und der dazu im Land Brandenburg erlassenen Ausführungsbestimmungen sinngemäß anzuwenden.

letzte Änderung am 23.06.2015