"Antreten zur Arbeit!" - Haftarbeit in Rüdersdorf

Broschüre der Landesbeauftragten und der Bundesstiftung Aufarbeitung

Seit 20 Jahren richten sich zahlreiche Forschungsinitiativen auf die Erschließung der seitdem zugänglichen Quellen, um die Geschichte der SBZ und DDR zu erkunden. Aber immer noch gibt es Bereiche, die bisher weitgehend im Dunkeln geblieben sind. Wenig wissen wir bisher zum Beispiel über Haftarbeit und Arbeitserziehungslager. Die vorliegende Broschüre zeigt am Beispiel Rüdersdorf, mit welchen Methoden in der SED-Diktatur versucht wurde, eine Disziplinierung zu bewirken. Die schwere und gesundheitsschädliche Arbeit im Steinbruch und im Zementwerk wurde von regulären Arbeitskräften, von Strafgefangenen und sogenannten Zöglingen des Arbeitserziehungslagers geleistet. Die Broschüre dokumentiert Erinnerungen von Zeitzeugen, die zu dieser Arbeit gezwungen wurden. Die Betreffenden durften und wagten vor 1990 meist nicht, darüber zu sprechen. Dennoch war vielen in der DDR „Ab nach Rüdersdorf!“ als furchtbare Drohung gegenwärtig.

Unser Dank richtet sich an die Zeitzeugen, die von ihren bitteren Erfahrungen zu berichten bereit waren. Wir danken Anette Detering, die mit ihnen die Gespräche führte und Uta Rüchel für ihre Ausführungen zum Thema Arbeit als Herrschaftsinstrument im Sozialismus und zur Geschichte des Rüdersdorfer Zementwerks. Und wir danken allen Rüdersdorfern, die uns mit Rat und Tat bei der Vorbereitung des Kongresses und dieser Broschüre unterstützt haben.

[aus dem Vorwort]

Die Broschüre wurde anlässlich des 16. Bundeskongresses der Verfolgtenverbände und Aufarbeitungsinitiativen herausgegeben. Der Bundeskongress wird veranstaltet von den Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen und zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

letzte Änderung am 29.06.2016
"Antreten zur Arbeit!" - Haftarbeit in Rüdersdorf Broschüre der Landesbeauftragten und der Bundesstiftung Aufarbeitung
(PDF mit 4.9 MB)