"Warte nicht auf bessre Zeiten" Konzert und Lesung mit Wolf Biermann in Prenzlau

Der Kartenvorverkauf hat am 29.09.2016 begonnen

Beginn: 25.11.2016 19.00 Uhr

Ende: 21:00 Uhr

St. Nikolaikirche Prenzlau

St. Nikolaikirchplatz 2

17211 Prenzlau

Anlässlich des 40. Jahrestags seines letzten Konzerts vor der Ausbürgerung aus der DDR am 11.09.1976 in der St. Nikolaikirche Prenzlau

Konzert und Lesung

Kartenvorverkaufsstellen:

  • Dominikanerkloster Prenzlau, Besucherservice, Uckerwiek 813, Prenzlau
  • Stadtinformation Prenzlau, Marktberg 2, Prenzlau
  • Buchhaus Schulz, Friedrichstrasse 19, Prenzlau
  • MauerBuch, Buchladen in der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Str. 119 (Besucherzentrum), 13355 Berlin.

Reservierungen bei Abholung an der Abendkasse vor dem Konzert am 25.11.2016 bis 18:30 Uhr:

 Eintritt: 10,00 EUR /erm. 8,00 EUR

Infolge der Beschlüsse des 11. Plenums des Zentralkommitees der SED vom 16. - 18.12.1965 erhielt der Liedermacher Wolf Biermann ein Auftrittsverbot in der DDR. Am 13. November 1976 trat er auf Einladung der Industriegewerkschaft Metall der Bundesrepublik in der Kölner Sporthalle auf. Daraufhin bürgerte die Regierung der DDR ihn aus und verbot ihm die Rückreise.

Vor diesem Kölner Konzert trat er nur einmal in der DDR öffentlich auf: Am 11. September 1976 in der St. Nikolaikirche in Prenzlau.

Die Ausweisung Biermanns aus der DDR löste eine Lawine aus. Obwohl der Dichter, Komponist und Sänger seit Dezember 1965 nicht mehr in der ostdeutschen Öffentlichkeit wahrgenommen werden konnte, war er doch bei vielen Menschen sehr geschätzt: bei kritischen Intellektuellen, Jugendlichen und vielen prominenten Schauspielern, Regisseuren, Schriftstellern und gestalterisch wirkenden Künstlern. Unter ihnen die populärsten und erfolgreichsten Künster der DDR. Viele von ihnen protestierten öffentlich gegen diese Ausweisung mit Hilfe der Medien in der Bundesrepublik. Die ARD übertrug eine Aufzeichnung des Konzerts in ihrem ersten Programm, sodass alle Interessierten genau hören konnten, was Wolf Biermann sang und worüber er redete.

Die Führung der SED unter Erich Honnecker blieb standfest. Die Folge war, dass viele der Künster und Schriftsteller Ausreiseanträge stellten, die genehmigt wurden, und die DDR verließen. Prominente Schauspieler wie Angelika Domröse, Hilmer Thate, Manfred Krug gehörten hierzu.

Unbekannte, die mit selbst verfassten Flugblättern gegen die Ausweisung protestierten, wurden verhaftet und zu Freiheitsstrafen verurteilt und später ebenfalls mittels Freikauf in die Bundesrepublik abgeschoben. Für viele ist - posthum betrachtet - die Ausweisung Wolf Biermanns im November 1976 der Anfang vom Ende der SED-Diktatur in der DDR.

Hieran möchten wir erinnern an dem Ort, wo Wolf Biermann zwischen 1966 und 1989 sein einziges Konzert in der DDR gab.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlau in Kooperation mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

 

letzte Änderung am 08.11.2016