"Haftszwangsarbeit politischer Häftlinge bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR 1949 - 1989"

Vortrag und Diskussion mit Dr. Susanne Kill

Beginn: 27.04.2017 18.00 Uhr

Ende: 20:00 Uhr

Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54, 14467 Potsdam

Die Deutsche Bahn gehört zu den wenigen Unternehmen, die unabhängige Historiker beauftragten, den Einsatz politischer Häftlinge als Arbeitskräfte in einem ihrer Vorgängerunternehmen zu untersuchen. Das Ergebnis der Studie lautete: „Der Strafvollzug an politischen Gefangenen in der DDR ist eines der bedrückendsten Kapitel in der Geschichte der  SED-Diktatur.  Nicht  nur  dass  das  Gefängnissystem  der  DDR  als  besonders rückständig   galt,   auch    die   Arbeit    von   Gefangenen   war   innerhalb    der sozialistischen  Planwirtschaft  eine  feste  Größe  innerhalb  der  DDR-Ökonomie. Viele  der  politischen  Gefangenen  erlebten  die  Haftzwangsarbeit  als  besonders demütigend.  Auch  die  Staatsbahn  der  DDR,  die  Deutsche  Reichsbahn,  war  in den Strafvollzug eingebunden.“

Auch in Brandenburg mussten politische Häftlinge in den Werken der Reichsbahn körperlich anstrengende Arbeiten verrichten. Das Potsdamer Ausbesserungswerk richtete in der Haftanstalt Brandenburg-Görden eine Niederlassung ein, damit die Häftlinge gut bewacht für die Bahn arbeiten konnten.

Dr. Susanne Kill ist Mitautorin der Studie. Sie ist bei der Deutschen Bahn für den Bereich Konzerngeschichte/Historische Sammlung verantwortlich. Sie wird die Ergebnisse der Studie genauer vorstellen und sich anschließend der Diskussion stellen.

Eine Veranstaltung in der Reihe "Menschen unter Diktaturen" in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße und der Fördergemeinschaft "Lindenstraße 54"

letzte Änderung am 12.04.2017