Wahl(un)recht. Wie stand es in der DDR um die Wahlen und wie ist es eigentlich heute?

Präsentation der Ergebnisse der Schüler-Kunst-Workshops in Cottbus

Beginn: 13.10.2017

Oberkiche Cottbus, Oberkirchplatz 12, 03046 Cottbus

In der 40-jährigen Geschichte der DDR traute sich die SED kein einziges Mal, die Bevölke­rung frei wählen zu lassen. Die offizielle Zustimmung zu herrschenden Partei und ihrer Verbündeten in der „Nationalen Front“ von über 98 Prozent und einer genauso hohen Wahlbeteiligung hatte mit der realen Stimmung unter den DDR-Bürger_innen nichts zu tun. Die Pseudowahlen, trefflich bezeichnet als „Zettelfalten“, bei denen es nicht um politische Alternativen ging, die Diskriminierung der Nicht-Wähler oder Benutzer von Wahlkabinen und deren Ergebnisse gefälscht wurden, waren lediglich eines der vielen politischen Zustimmungs- und Unterwerfungsrituale in der SED-Diktatur. Die Stasi half bei dieser Selbstlegitimierung der herrschenden Partei mit den Verlauf von Wahlen zu kontrollieren, zu manipulieren und kritische Stimmen zu unterdrücken. So auch bei der Kommunalwahl  1989 u. a. in Cottbus. Dieses Mal ist es aber vielen mutigen Wahlbeobachter_innen gelungen, die Fälschung der Wahlergebnisse nachzuweisen und somit den Wechsel von der Gesellschaftskrise in der DDR zur Diktaturkrise einzuleiten.

Im Projekt „Wahl(un)recht“ laden wir für zwei Durchläufe jeweils zwei 10. bzw. 11. Klassen (mit max. 56 Schü­ler_innen) ein, sich vor dem historischen Hintergrund der Entstehung und Wirkung der Opposition in der DDR und der Aufdeckung der Wahlfälschung 1989 mit der Bedeutung vom Wahlrecht, der Meinungs- und Versammlungsfreiheit damals wie heute auseinanderzusetzen. Wir gehen den Erfahrun­gen der Menschen mit dem Unrecht im SED-Staat und ihrer Reaktion darauf mittels Zeitzeug_innen­befragung und Dokumenten nach und analysieren aktuelle wie frühere Möglichkeiten verschiedener Partizipationsformen. Dabei sollen der Gegenwartsbezug der zeitgeschichtlichen Ereignisse, die Lebensweltorientierung der Teilnehmer_innen sowie der lokale Bezug das Projekt prägen. Begriffe wie Diktatur, Demokratie, Bürgerbeteiligung, Streitkultur, Menschenrechte, Entscheidung treffen und Verantwortung tragen, Unterdrückung und Zivilcourage aber auch Aussagen wie „Früher durfte man nicht richtig wählen, heute will man es oft gar nicht“ werden uns beschäftigen.

Neben den Methoden der politisch-historischen Bildung sollen die Schüler_innen mittels künstlerischer Formen ihren Gedanken, Fragen und Erkenntnissen freien Lauf lassen. In verschiedenen Workshops erarbeiten sie kreative Präsentationen (z. B. Choreografien, Kunstfotos, Plakate, Audio-/Video-Beiträge, szeni­sche Lesungen) zum Thema. Diese stellen sie anderen Schüler_innen (vormittags) sowie einer breiten Öffent­lichkeit (abends) im Rahmen des Jubiläumswochenendes zum 30-jährigen Bestehen der Umweltgruppe Cottbus (UGC, 1987) am 13.10.2017 vor. Hier werden aus den Teilnehmer_innen nun Multiplikator_innen. Außerdem sollen die Veranstaltungen von den Schüler_innen selber moderiert werden.

Termine

13.10. – 8:30 Präsentation für Cottbuser Schulen inkl. Zeitzeugengespräch in der Oberkirche

13.10. – 18:00 Uhr Eröffnungsveranstaltung des Jubiläums 30 Jahre Umweltgruppe Cottbus mit Präsentation der Schülerworkshopergebnisse in der Oberkirche

Kunstworkshops:

  • Schauspiel
  • Choreografie
  • Fotografie
  • Malerei
  • Fotostory
  • Audio

 

  • Wahl(un)recht
    Schüler-Workshops zu den Wahlen in der DDR und heute
    ( mit 232.8 KB)
letzte Änderung am 11.08.2017