„Eine Außenstelle der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen muss im Land Brandenburg erhalten bleiben!“

Die brandenburgische Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur Dr. Maria Nooke zu den Umstrukturierungsplänen des Bundesbeauftragten Roland Jahn

Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) erarbeitet derzeit ein Konzept zur dauerhaften archivgerechten Unterbringung und Nutzung der Stasi-Unterlagen. Noch in diesem Jahr soll es vorgelegt werden. Nachdem öffentlich bekannt geworden ist, dass die einzige Brandenburger Außenstelle der BStU in Frankfurt (Oder) von Schließung bedroht ist, wird diese Frage verstärkt im Land diskutiert.

Dr. Maria Nooke, die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, begrüßt, dass sich die Landesregierung für den Erhalt einer BStU-Außenstelle im Land Brandenburg einsetzt und diese für unverzichtbar hält. Brandenburg ist bereits jetzt das einzige der neuen Bundesländer, in denen an zwei Orten der ehemaligen MfS-Bezirksstellen keine Außenstellen mehr existieren, während in allen Ländern zwei bzw. drei BStU-Außenstellen bestehen.

„Hier in Brandenburg arbeiten wir hervorragend mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BStU-Außenstelle in Frankfurt (Oder) zusammen. Wir führen gemeinsam die Beratung ehemals politisch Verfolgter durch und bieten gemeinsam Bildungsveranstaltungen an. In dem Flächenland Brandenburg ist die BStU-Außenstelle einer der wichtigsten regionalen Partner bei der Aufarbeitung von SED-Unrecht“, sagte Frau Dr. Nooke.

„Für die Bildungsarbeit aber vor allem auch für Bürgerinnen und Bürger im Land Brandenburg, die Einsicht in die vom MfS über sie oder ihre Angehörigen angelegten Akten nehmen möchten, reicht es nicht aus, auf die Zentrale in Berlin zu verweisen. Zur dezentralen und föderalen Struktur der Bundesrepublik gehört die Stärkung der regionalen Zentren. Insbesondere die Bürgerinnen und Bürger an der Peripherie unseres Landes sollten nicht in dem Gefühl bestärkt werden, vom politischen Entscheidungsprozess verdrängt zu werden. Die Vernetzung der BStU-Außenstelle mit dem MfS-Archiv für die ehemaligen DDR-Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam mit den bereits im Land existierenden Trägern der historischen Forschung und politischen Bildung kann ein Zeichen setzen und die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur und die Entwicklung eines demokratischen Bewusstseins stärken“, meint Frau Dr. Nooke.

 

letzte Änderung am 03.07.2018